Alte Firmen-IT: verkaufen, recyceln oder vernichten?
Jedes Unternehmen mustert regelmäßig Hardware aus. Was dann mit den Geräten passiert, hat Folgen für Kosten, Datenschutz und Umwelt. Hier die drei Wege im Vergleich.
Die Rechtslage in Kürze
Elektrogeräte dürfen nicht in den Restmüll. Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) regelt die getrennte Erfassung und Entsorgung. Für Geräte aus gewerblicher Nutzung sind in der Regel Besitzer und Hersteller gemeinsam verantwortlich; die Rücknahme ist oft vertraglich geregelt.
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz legt außerdem eine Rangfolge fest: Vermeidung vor Vorbereitung zur Wiederverwendung, dann Recycling, dann sonstige Verwertung und erst zuletzt Beseitigung. Die Weiterverwendung funktionsfähiger Geräte steht also vor dem Recycling.
Weg 1: Verkaufen und weiterverwenden
- Vorteile: Erlös statt Kosten, längste Nutzungsdauer, beste Umweltbilanz.
- Voraussetzungen: Funktionsfähige Geräte, sichere Datenlöschung mit Nachweis, entfernte Gerätesperren.
- Geeignet für: Business-Notebooks, PCs und Server aus den letzten Jahren, besonders in großen Partien.
Weg 2: Recycling
- Vorteile: Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Gold und seltene Erden werden zurückgewonnen.
- Nachteile: In der Regel kein Erlös, oft Kosten für Abholung und Entsorgung. Die Datenlöschung muss vorher gesichert sein.
- Geeignet für: Defekte und sehr alte Geräte, nach Entnahme brauchbarer Ersatzteile.
Weg 3: Vernichtung
- Vorteile: Höchste Sicherheit für die Daten.
- Nachteile: Funktionsfähige Werte werden zerstört, Kosten für die Vernichtung.
- Geeignet für: Datenträger mit sehr hohem Schutzbedarf oder wenn interne Richtlinien eine Weiterverwendung verbieten. Oft reicht es, nur die Datenträger zu vernichten und die übrigen Geräte weiterzuverwenden. Die Vernichtung nach DIN 66399 übernimmt bei uns die Festplattenvernichtung von HDDLab.
Checkliste für das Aussondern
- Inventarliste mit Seriennummern erstellen.
- Geräte aus Verwaltungssystemen (MDM, Autopilot, Domäne) entfernen, BIOS-Passwörter löschen.
- Verfahren für die Datenlöschung festlegen und dokumentieren.
- Funktionsfähige Geräte zum Ankauf anbieten, defekte getrennt erfassen.
- Übergabe- und Löschprotokoll aufbewahren.
Fazit
Für funktionsfähige Firmen-IT ist der Verkauf nach sicherer Löschung fast immer die beste Lösung: wirtschaftlich, rechtlich sauber und ressourcenschonend. Recycling und Vernichtung sind für das, was wirklich nicht mehr verwendbar ist.
Ausgemusterte IT verkaufen
Partien ab 100 Geräten: Festpreis, Abholung, Datenlöschung mit Protokoll, Weiterverwendung.